Archiv für den Monat: Dezember 2015

Über 1000 Behandelte auf der Walli – neue Gesundheitskarte für Asylbewerber_innen löst das Problem nicht! (2.12.2015)

Seit fast 10 Wochen wird auf der Walli praktische Solidaritätsarbeit mit Geflüchteten aus aller Welt geleistet. In dieser Zeit wurden über 1000 Geflüchtete im Solidaritätszentrum medizinisch behandelt.
Unsere Arbeit konnte dank vieler Spenden und dem unermüdlichen Einsatz vieler Freiwilliger aufrecht erhalten werden. Jedoch können wir damit lediglich den Geflüchteten im Transit eine Art Notfallversorgung zukommen lassen.

Für die Geflüchteten, die in Lübeck bleiben möchten, ist dieses Provisorium leider ein Dauerzustand. Eine kleine Verbesserung kommt ab 1. Januar 2016 auf sie zu. Die schon lange geforderte Gesundheitskarte für Asylbewerber_innen wird in Schleswig-Holstein eingeführt. Dadurch werden Arztbesuche vereinfacht und die Ärzt_innen selbst entscheiden in wie weit eine Behandlung noch in die „Notfallversorgung“ zählt. Doch das Grundproblem eines sehr eingeschränkten Leistungskataloges für die Menschen, die hier in der Warteschleife hängen, bleibt. Und auch dringend benötigte Dolmetscher_innen können über die Gesundheitskarte nicht abgerechnet werden.

Daher fordern wir, dass auch Dolmetscher_innen, die für die Behandlung unerlässlich sind, von der Krankenkasse bezahlt werden! Es darf keinen Unterschied zwischen den Leistungen einer „normalen“ Gesundheitskarte und der einer_s Asylbewerber_in geben! Kein Mensch darf in Deutschland aufgrund der Nationalität oder des Aufenthaltstatus schlechter behandelt werden!